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Schnuffi bei der HNO - Untersuchung

Schnuffi wird operiert

Hals


Schluckstörung

Bedeutet Schluckstörung Lebensgefahr?
Studien belegen, dass Lungenentzündungen, bedingt durch Schluckstörungen, eine der häufigsten Todesursachen bei alten Menschen darstellen. Nach einem Schlaganfall versterben 20% der Patienten im ersten Jahr nach dem Ereignis, 15% erliegen in den Folgejahren einer Lungenentzündung.

Doch Schluckstörung ist nicht gleich Schluckstörung!
Man muss zwischen verschiedenen Arten unterscheiden, je nach dem, ob der Schluckvorgang gestört abläuft (Dysphagie), beim Schlucken Schmerzen auftreten (Odynophagie), oder z. B. ein Fremdkörpergefühl, Kratzen, etc. (Globus pharyngis) besteht.

Der Schluckakt ist ein sehr komplexes Geschehen, an dem zahlreiche Muskeln und Nerven beteiligt sind.
Er verläuft normalerweise in 4 Phasen, wobei die Nahrung zuerst aufgenommen, zerkleinert, mit Speichel vermischt und auf der Zunge platziert wird.
Danach wird sie in den Rachen befördert und der Schluckreflex ausgelöst.
In weiterer Folge wird die Nahrung reflektorisch durch den Rachen zur Speiseröhre transportiert, um schließlich mit Hilfe von wellenförmigen Bewegungen durch die Speiseröhre in den Magen befördert zu werden.

Ursachen
Wohl am bekanntesten treten sie im Rahmen von Halsentzündungen auf, was sicher schon fast jeder am eigenen Leib verspürt hat. Aber auch Verengungen im Rachenbereich (z.B. Tumor, Missbildung), neurologische Erkrankungen (z.B. Schlaganfall), psychosomatische Erkrankungen (z. B. Depression) oder Medikamenteneinnahmen können zu einer Schluckstörung beitragen.

Was das Ausmaß einer Schluckstörung betrifft, so stellt die Aspiration, das Eindringen von Nahrungsbestandteilen in die Luftröhre bzw. die Lunge, das schwerwiegendste Ereignis dar. Bewertet wird zudem, ob ein Hustenreflex auslösbar ist oder fehlt (Achtung: stille Aspiration – ohne Hustenreflex!). In 40% der Schluckstörungen tritt eine stille Aspiration auf!
Gerade mit zunehmendem Alter stellt die Schluckstörung eine lebensbedrohliche Gefahr für den Betroffenen dar, nachdem neben dem Einfluss von Begleiterkrankungen, den geistigen und sozialen Faktoren auch Seh-, Geruchs- und Geschmacksstörungen sowie der Zahnverlust bedeutsam werden und die Schluckstörung begünstigen.
Typischerweise nimmt u.a. auch die Empfindlichkeit der Rachen- und Kehlkopfschleimhaut ab, wodurch sich der Hustenreflex deutlich vermindert.

Symptome
• Häufiges Verschlucken, Husten, Räuspern und Würgen während des Essens
• Belegte, raue, heisere Stimme
• Nahrung/Speichel läuft aus dem Mund („Sabbern“)
• Gurgelnde Geräusche beim Schlucken
• Sehr langsame Nahrungsaufnahme
• Nahrungsreste verbleiben im Mundraum
• Kein Schluckreflex sichtbar oder tastbar

Die genannten Symptome sind Hinweise darauf, dass Nahrungsbestandteile/Flüssigkeiten in den Kehlkopfeingang und schließlich in die Luftröhre gelangen. Die Folge dieser Aspiration ist die Entstehung einer Lungenentzündung sowie einer Nahrungsvermeidung. In letzter Konsequenz folgt Appetitlosigkeit, Austrocknung, sowie Mangelernährung (Gewichtsverlust), was zu einer Schwächung des Allgemeinzustandes und des Immunsystems führt.
Schluckstörungen beeinträchtigen aber auch die Psyche, nachdem sich die Genussfähigkeit deutlich reduziert und es schränkt die sozialen Aktivitäten bis zur völligen Isolierung ein.

Diagnostik
Anamnese (Patientengespräch)
HNO-Untersuchung inkl. Schluckbeobachtung:
• dabei erkennbare Symptome: belegte, gurgelnde Stimme (feucht); häufiges Räuspern; Husten
• Videoendoskopisch kontrollierter Schluckversuch (unter Absaugbereitschaft) mit angefärbten Nahrungsmitteln unterschiedlicher Konsistenz (Methylenblau/Lebensmittelfarbstoff)
• Videokinematographie
• Thorax-RÖ
Weiterführend:
• Endoskopie
• Bildgebende Verfahren (CT, MRI)
• Manometrie, pH-Metrie
• Elektrophysiologische Verfahren

Therapie
Nach Möglichkeit sollte die Störung ursächlich behandelt und beseitigt werden. Ist dies nicht möglich, steht die Anpassung an die Störung im Vordergrund, zum Beispiel durch Nahrungseindickung oder Verwendung von Ess- und Trinkhilfen.
Ein weiterer Ansatz ist in der Kompensation gelegen. Dazu zählen das Erlernen von Schluckmanövern, Schlucktraining, Verbesserung der Körper-/Kopfhaltung.

Als letzte Maßnahme stehen chirurgische Eingriffe zur Verfügung, z.B. Operation zur Förderung des Nahrungstransportes, Sondenernährung, Trennung von Luft- und Speisewegen (Intubation), Tracheotomie (Eröffnung der Luftröhre und Versorgung mit einer Atemkanüle), Kehlkopfentfernung als schwerwiegendste Maßnahme.

Schluckstörungen bedrohen das Leben und daher muss ihnen sowohl von medizinischer Seite als auch von der Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden!



Autor: FA Dr. Silvia Fritsche


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