Man spricht von einer Stimmstörung wenn die Stimme heiser und belegt klingt.
Was sind die Ursachen von Stimmstörungen bzw. Heiserkeiten? Es gibt organisch bedingte Stimmstörungen und stimmtechnisch bedingte Stimmstörungen.
Eine genaue Unterscheidung der Stimmstörung ist mit Hilfe der Stroboskopie möglich. Dabei wird das Schwingungsverhalten der Stimmbänder untersucht.
Bei der Stroboskopie wird durch ein Endoskop ein frequenzabhängiges Licht auf die Stimmbänder geblitzt. Dadurch entseht ein Zeitlupenbild der Stimmbandschwingung. Bei starkem Würgereiz wird die Rachenschleimhaut mit einer Sprühanästhesie unempfindlich gemacht. Die Untersuchung wird am sitzenden Patienten mit geöffnetem Mund durchgeführt und ist schmerzlos.
Beispiele: Akute Kehlkopfentzündung im Rahmen eines grippalen Infektes, chronische Entzündung beim Raucher, Kehlkopfkrebs, Stimmbandbluterguß nach massiven Hustenattacken, Stimmbandbewgungseinschränkung nach Schilddrüsenoperation, Heiserkeit nach Schlag auf den Hals beim Raufhandel oder beim Sport mit Baseballschläger, Schwangerenheiserkeit, klimakterische Heiserkeit, Altersstimme, prämenstruelle Heiserkeit, Stimmbandrinne bei angeborener Heiserkeit, Kehlkopfödem bei einer allergischen Reaktion bei Wespen – bzw. Bienengiftallergie oder Nahrungsmittelallergie, Fremdkörper im Kehlkopf durch Verschlucken können ebenfalls Heiserkeit verursachen, Schreiknötchen bei Kleinkindern.
Weiters kommmt eine organisch bedingte Heiserkeit vor bei einem Kontaktgranulom durch den Druck eines Beatmungsschlauches nach Langzeitbeatmung (z.B. Intensivstationsaufenthalt im Krankenhaus) und häufig bei einem sogenannten Reinkeödem der Stimmbänder, das ist eine Flüssigkeitseinlagerung in die Stimmbänder, meistens durch Nikotin bedingt. Eine heisere Stimme kann auch durch eine Stimmbandlähmung verursacht sein, wie es zum Beispiel im Rahmen einer Recurrensparese (Lähmung des unteren Kehlkopfnervens) vorkommt. Die Ursachen für eine Recurrensparese sind infektiös-entzündliche Schädigung des Nerven oder auch durch Verletzungen.
Kontaktgranulom
Reinkeödem
Recurrensparese
Bei Stimmstörungen durch stimmtechnische Fehler ist keine Erkrankung des Kehlkopfes sichtbar. Hier stellt der HNO – Arzt einen normalen Befund fest. In solchen Situationen ist eine Spezialuntersuchung notwendig, die das Schwingungsverhalten der Stimmbänder darstellen kann. Eine weitere Ursache von Stimstörungen können Gewebeneubildungen an den Stimmbändern sein, die bei Fehlgebrauch der Stimmbänder bei Sprech – oder Sängerstimmen auftreten können. Da wird vom Stimmbandödem, Stimmbandknötchen oder vom Stimmbandpolypen gesprochen.
Behandlung Die Behandlung von Stimmstörungen ist bei organisch bedingten Kehlkopferkrankungen wie z.B. Entzündungen oder Gewebeneubildungen medikamentös oder operativ und / oder Stimmruhe. Operationen am Kehlkopf und Kehlrachen Bei stimmtechnisch bedingten Heiserkeiten ist eine logopädische Stimmübungsbehandlung nötig. Der HNO–Arzt wird Ihnen die Ursache Ihrer Heiserkeit erklären und die entsprechende Behandlung mit Ihnen besprechen. Dazu sind typische, allgemein angewendete Untersuchungen wie die Kehlkopfinspektion mittels erwärmten Spiegel oder Endoskop (Lichtquelle mit Optik zur Vergrößerung des Bildes) üblich. Dabei entstehen keine Schmerzen. Die medikamentöse Therapie umfasst Schmerztherapie, Entzündungshemmung, Gewebsentwässerung, Antibiotika. Was in Ihrer Situation am besten ist, erklärt Ihnen Ihr HNO–Arzt.
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